Claudia Pechstein
Claudia Pechstein gewann Medaille um Medaille, wurde zum Liebling einer sportbegeisterten Nation. Ihre schwarz-rot-goldene Perücke von Olympia 2002 fand sogar Einzug ins Haus der Geschichte. Doch kurz vor dem Ende ihrer Bilderbuchkarriere passierte etwas, was jenseits ihrer Vorstellungskraft lag: Sie wurde des Dopings beschuldigt und gesperrt. Durch ein Urteil, in dem mit keinem einzigen Wort erwähnt wird, wann, wo, womit oder auf welche Art und Weise Claudia Pechstein manipuliert haben soll. Die große Mehrheit der Deutschen kann über diesen Richterspruch nur den Kopf schütteln. Für viele Experten ist das Urteil ein Skandal und die sechsfache Weltmeisterin nicht mehr als ein Bauernopfer im Anti-Doping-Kampf.
Von Gold und Blut ist nicht nur Rückblick auf eine beispiellos erfolgreiche Sportlerkarriere, sondern auch eine kritische Abrechnung mit der öffentlichen Hetzjagd auf eine Athletin, die in ihrem Leben nie gedopt hat.
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Das Thema
Seit fast zwei Jahrzehnten gilt Claudia Pechstein als Inbegriff des sportlichen Erfolges. Europameisterin. Weltmeisterin. Olympiasiegerin. Die Medien tauften die erfolgreichste deutsche Winterolympionikin aller Zeiten »Gold-Claudi« und »Goldstein«. Pechstein führte die Randsportart Eisschnelllaufen in zuvor nie geahnte Dimensionen. Den Gewinn ihrer Goldmedaille 2002 in Salt Lake City über 5.000 Meter verfolgten hierzulande mehr als zehn Millionen Zuschauer live an den TV-Schirmen.
2010 sollte ihre glanzvolle Karriere mit der sechsten Olympiateilnahme einen würdigen Abschluss finden. Stattdessen jedoch wurde die 38-jährige Berliner Ausnahmeathletin jäh vom Olymp gestürzt. Gesperrt wegen angeblichen Dopings. Ohne Beweis.
Rund 350 Mal musste sie in ihrer Karriere zum Dopingtest. Weltrekord. Alle Tests waren negativ! Und dennoch zerstörten die Dopingjäger Claudia Pechsteins Karriere. Nur weil ein einziger Parameter ihres Blutes nicht den Normwerten entspricht. Was in einem Zivil- oder Strafrechtsprozess undenkbar wäre, wurde von den Sportgerichten gnadenlos durchgepeitscht: Nicht der Ankläger musste die Schuld, sondern die Angeklagte ihre Unschuld beweisen. Und selbst als das gelungen war, nahm der Wahnsinn kein Ende!
Niemals zuvor ist über das Blut eines Menschen so öffentlich diskutiert worden wie über das von Claudia Pechstein. Sie selbst war es, die alle ihre Werte und medizinischen Befunde offenlegte. Für die fünfmalige Olympiasiegerin gab es kein Tabu, um ihre Unschuld zu beweisen. Genauso offen zeigt sie sich nun, wenn sie in ihrer Autobiografie auf 20 Jahre Spitzensport zurückblickt. Auf die Qualen, Entbehrungen, Träume, Enttäuschungen und Glücksmomente. Sie schreibt über ihren Aufstieg vom Ostberliner Eislauftalent zur gesamtdeutschen Sport-Ikone. Über Zickenduelle, verletzte Eitelkeiten, ihren Sturz vom Olymp und über Kampfgeist auch außerhalb der Eisbahn.
Ihr Blick ins eigene Seelenleben macht deutlich, wie nahe man der Verzweiflung kommen kann, wenn ein Verdacht ausreicht, um ein ganzes Lebenswerk zu vernichten. Claudia Pechstein nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn sie mit denen abrechnet, die in ihrem Fall die Unschuldsvermutung außer Kraft setzten und sie ohne Beweis zur Betrügerin abstempelten. Sie macht deutlich, was nötig ist, um dem Anti-Doping-Kampf neue Glaubwürdigkeit zu verleihen, und wie wichtig es ist, für Gerechtigkeit zu kämpfen.
Das Zitat
»Ich wurde bejubelt, gefeiert, hofiert. Und öffentlich hingerichtet. Ich geriet in den Anti-Doping-Kampf. Ein Kampf, den ich selbst stets unterstützt hatte. Ein Kampf, der nur gegen die richtigen Gegner geführt wird. Gegen die Betrüger! So dachte ich jedenfalls. Bis zu dem Tag, an dem sich das Schwert gegen mich richtete. Mit aller Schärfe. Und um jeden Preis.
War einst das Land gespalten, in dem ich aufwuchs, zieht sich nun eine Grenze durch mein eigenes Leben. Eine, die ich teuer bezahlen musste. Nicht nur mit viel Geld, sondern vor allem mit meinem guten Ruf, mit meiner Integrität. Aber auch eine, die mich viel gelehrt hat. Freundschaft, Mut, Loyalität, Willensstärke und Kampfgeist haben jenseits des Leistungssports neue Bedeutung bekommen. Und mir ist bewusst geworden, wie wichtig es ist, seine eigenen Ideale zu leben.
Ich schaue mit einem reinen Gewissen in den Spiegel, ich habe nie gedopt, mein Blut niemals manipuliert. Weder mit unerlaubten Drogen oder Substanzen noch durch verbotene Methoden. Darauf kann sich jeder verlassen, der dieses Buch zur Hand nimmt.« Claudia Pechstein
Die Daten
- Claudia Pechstein
- Mit Ralf Grengel
- VON GOLD UND BLUT
- Mein Leben zwischen Olymp und Hölle
- ca. 368 Seiten | Hardcover mit Schutzumschlag | Bildteil
- ISBN 978-3-89602-989-8
- 19,95 EUR (D)
- Erscheint am 1. Oktober 2010
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